HAU 2: 20. / 21. April, 20 Uhr

Denise Stutz

»3 Solos em um tempo«

Europäische Erstaufführung
Publikumsgespräch: 20. April, im Anschluss an die Vorstellung

Mit einer Mischung aus Zurückhaltung und der ihr eigenen Intensität erschafft Denise Stutz einen konzentrierten Raum: in dieser Reflexion über drei frühere eigene Arbeiten DeCor (2003) [Auswendig], Absolutamente Só (2005) [Vollkommen allein] und Estudo para Impressões (2007) [Studie über Eindrücke] will sie untersuchen, ob Erinnerung in ihren Körper eingeschrieben ist und wie ihre Identität von der Bewegung, dem Tanz und der szenischen Umsetzung dieser drei Soli beeinflusst ist. Sie spielt mit Raum und Zeit, indem sie drei Arbeiten in eine einzige verschmilzt.

Denise Stutz ist eine der prägenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Tanzes in Brasilien. Sie ist Mitbegründerin der Grupo Corpo, Weggefährtin von Lia Rodrigues, leistet eine herausragende Arbeit als Pädagogin mit Tänzern und Schauspielern, choreografiert ihre eigenen Arbeiten und tritt als Tänzerin und Schauspielerin auf.

Text, Regie, Tanz: Denise Stutz / Musik: Claire de Lune - Claude Debussy / Bühnenbild und Licht: Keller Veiga / Bühnenbildassistenz: Michelly Ferreira und Guilherme Stutz / Produktion: Fomenta

Denise Stutz begann ihre Tanzausbildung in Belo Horizonte. 1972 trat sie dem Ensemble Grupo Transforma unter der Leitung von Marilene Martins bei. Dort arbeitete sie u.a. mit den ChoreographInnen Oscar Araiz, Klauss Vianna, Clyde Morgan, Sonia Mota, Graciela Figueiroa, Rolf Gelewski und Angel Vianna.

1975 gründete sie gemeinsam mit zehn weiteren TänzerInnen das Ensemble Grupo Corpo, dem sie bis 1986 angehörte.

1987 zog sie nach Rio de Janeiro und tanzte auf Einladung des Choreographen Rainer Vianna das Stück "Movimento cinco mulheres" (dt. Fünf Frauen Bewegung).

1990 trat sie der Tanzcompagnie Lia Rodrigues bei. Dort war sie als Tänzerin, Ausbilderin und Regieassistentin tätig. Bis 2000 blieb sie Mitglied der Compagnie. Parallel dazu unterrichtete sie in diesen zehn Jahren an der Escola Angel Vianna.

Mit der Theaterregisseurin Celina Sodré verband sie eine mehrjährige Zusammenarbeit, in deren Laufe sie in ihren Produktionen "Ispirituincarnadu" (dt. Eingeborener Geist) (2000) " William Wilson" (2001) und "Cinema Karamazov" (2002) als Darstellerin zu sehen war.

2003
arbeitete sie mit Cristina Moura und Gustavo Ciriaco. Sie präsentierte ihre erste Soloarbeit "DeCor" (zu Dt. ein Spiel mit den Worten Décor/Bühnenbild und der Verinnerlichung, dem Auswendiglernen), die von der Wissenschaftlerin Beatriz Serbino (Jornal do Brasil) und dem Tanzpädagogen und Tanzkritiker Roberto Pereira (Jornal do Brasil) als eines der Highlights des Festivals Panorama Rio Arte de Dança 2003 hervorgehoben wurde.

2004
zeigte sie ihr Solo "DeCor" in Rio de Janeiro, Madrid, Uberlândia (Minas Gerais) und in Kap Verde. In Madrid und Kap Verde leitete sie auch Workshops für SchauspielerInnen und TänzerInnen. Als Choreographin war sie für die Fantasy-Miniserie " Hoje é dia de Maria" des Fernsehsenders TV Globo tätig. Darüber hinaus arbeitete sie mit dem Ensemble Corpo de dança da Maré.

2005
brachte sie ihre Soloarbeit "Absolutamente Só" (dt. Vollkommen allein) zur Uraufführung und gastierte damit in Brasilien in Ouro Preto, Araraguara und Florianópolis. Die Choreographin Nathalie Collants lud sie nach Frankreich zu einem Arbeitsaufenthalt am Choreografie-Zentrum in Angers ein. Darüber hinaus leitete sie Workshops in Freiburg, Florianópolis und Paris.

2006
nahm sie am Projekt Homopoliticus Version Rio de Janeiro unter der Leitung des spanischen Regisseurs Fernando Renjifo teil. Die Produktion gastierte im April und Mai des Jahres im Telemar-Theater in Rio de Janeiro. Zudem arbeitete sie als Regisseurin für das Theaterensemble Humbú. Auf dem Festival de inverno in Ouro Preto leitete sie einen Workshop für SchülerInnen der Hochschule für Darstellende Künste. Im September zeigte sie ihre Soloarbeiten "DeCor" und "Absolutamente Só". Im November gastierte sie in Mexico mit dem Projekt Homopoliticus im Centro Helenico und zeigte dort auch eine Performance mit madrilenischen und mexikanischen DarstellerInnen des Projekts.

2007
arbeitete sie als Regisseurin und Choreographin mit der Tänzerin Andrea Bergalo im Rahmen des Solo-Programms des Kulturinstituts Sesc “Solos do Sesc” und gastierte mit dem Projekt Homopoliticus in Madrid (Casa Encendida), Bilbao und Valencia. In Madrid zeigte sie auch ihr Solo "Estudo para Impressões" (dt. Impressionen-Studie). Im April arbeitete sie in der Menagerie de Verre in Paris mit der Choreographin Nathalie Collants. Das Theaterensemble Piolin lud sie zum 30-jährigen Bestehen des Ensembles mit "Estudo Para Impressões" ein und organisierte einen Workshop mit ihr.
Das Solo war ebenfalls auf dem Internationalen Tanzforum in Belo Horizonte, FID, in den Monaten Oktober und November zu sehen.

2008
entwickelte sie als Regisseurin und Choreographin die jüngste Produktion des Ensembles Meia Ponta (Minas Gerais): “De esquecer para lembrar" (dt. Vergessen um der Erinnerung willen). Uraufgeführt wurde das Stück im März. Darüber hinaus Uraufführung der Produktion "3 solos em 1 tempo" (dt. 3 Solos auf 1 Schlag) in Porto Alegre. Gastspiele in Rio de Janeiro, Goiânia und Madrid. Leitung einer Werkstatt in Barcelona.